März 312012
 

Basisdiskurs Religion VI

Erst mal sorry: Ich habe mit meinem Basisdiskurs Religion eine längere Pause gemacht. Das hatte auch damit zu tun, dass ich ein neues Buch angefangen habe und mich in meiner knappen Freizeit erst einmal darauf konzentriert habe. Eigentlich warte ich immer noch darauf, dass die Piratenpartei ein Modell entwickelt, wie der Betreiber eines unglaublich hochwertigen Blogs (also ich) auch von dieser Tätigkeit leben kann; Bücher soll sich ja jeder frei herunterladen können. Nun denn, zurück zum Thema Religion und zur Fortsetzung meines letzten Posts.

Wie ging es also weiter mit den großen Pyramiden, also den umfassenden gesellschaftlichen Sinnsystemen, meist mit einem Gottkönig an der Spitze? Einige davon überlebten noch lange, z.B. in Ägypten, wo die geographische Lage und die regelmäßigen Überschwemmungen des Nils ungewöhnlich stabile Verhältnisse förderten. Allgemein fand aber in der sogenannten Achsenzeit (ca. 500 v. Chr.) ein gewaltiger geistiger Umbruch statt, von China bis in den östlichen Mittelmeerraum.

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März 182012
 

Basisdiskurs Religion V

Zu Beginn war also die große Einheit von Mensch, Land und Welt, die Verwobenheit dessen, was wir Religion nennen, in die gesamte Stammeskultur. Die Ausdifferenzierung der Religion in einen eigenen kulturellen Bereich kam mit der zunehmenden Differenzierung und Aufspaltung der Gesellschaft selbst. Dort, wo aus Stämmen Staaten werden, wo Städte entstehen und arbeitsteilige Wirtschaftsformen, dort driften die Lebenswelten der Individuen auseinander. Der überwölbende Sinnzusammenhang zwischen den Menschen und der Welt muss nun durch eine eigene kulturelle Tätigkeit geschaffen werden: Die Religion

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März 132012
 

Basisdiskurs Religion IV

Vor einiger Zeit startete das deutsche Handwerk eine Werbekampagne mit dem Leitspruch: „Am Anfang war Himmel und Erde, den ganzen Rest haben wir gemacht.“ Zur Illustration wurden ein paar Plakate aufgelegt, auf denen diverse Paare im angeblichen Steinzeitlook das Elend einer Welt ohne Technik demonstrieren. Interessant ist dabei vor allem die Mimik der Darsteller, mit der sie dieses Elend signalisieren. Es ist nicht Hunger oder Krankheit, was sie projizieren, sondern absolute Desorientierung. Sie sind verloren in diesem sinnlosen Brei von „Himmel und Erde“ ohne das ordnende Gerüst der Technik.

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März 092012
 

Basisdiskurs Religion III

Dies ist der erste und vielleicht schwierigste Schritt, um „Religion“ zu verstehen, ist die, den Anfang zu verstehen. Das allgemeine aufklärerische Vorurteil über die Ursprünge von Religion fasst sie als Lückenbüßer auf, als Ersatz für die mangelnde Information über die Welt, die uns Heutigen die Naturwissenschaft liefert. Ein gerne gebrachtes Beispiel: Die Steinzeitmenschen sahen einen vom Blitz gefällten Baum und fantasierten sich einen zuständigen Gewittergott zusammen, weil sie keine Ahnung von der elektrischen Entstehung der Blitze hatten. Wir wissen das (irgendwas mit Luftschichten und Reibung oder so, steht irgendwo in Wikipedia) und können deshalb die Religion ad acta legen.

Mit den Tatsachen hat diese Vorstellung allerdings nichts zu tun; ich kann mich spontan auf keine einzige Sage von Jäger- und Sammlergesellschaften besinnen, in der Blitze oder ähnliches irgend eine Rolle spielen. Diese Geschichten funktionieren ganz anders.

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März 062012
 

Basisdiskurs Religion II

Was unterscheidet die Theologie, wörtlich übersetzt die „Wissenschaft von Gott“ von anderen Wissenschaften? Es gibt viele Antworten auf diese Frage, fromme, freundliche und feindliche. Zu Beginn meines Unternehmens, der systematischen Rekonstruktion des Glaubens in einer Reihe von Posts,  lohnt sich ein kurzer Blick auf diese Frage aus der Sicht der Wissenschaftstheorie

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März 032012
 

Basisdiskurs Religion I

Das Christentum ist, wie andere Weltreligionen, eine mentale Technik zur Bewältigung und Optimierung des Lebens. Dahinter steht, wie bei anderen Weltreligionen, die Vorstellung, dass die Menschen von ihrer Natur her zunächst einmal unfähig sind, ein geglücktes Leben zu führen und eben diese Technik benötigen, um die Hindernisse zu einem geglückten Leben zu überwinden. Und, wie bei anderen Weltreligionen, besteht ein wesentlicher Bestandteil dieser Technik in einer bestimmten Betrachtungsweise der Welt.

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