Sep. 302012
 

Manchmal muss ich über mich selbst lachen, wenn ich mich dabei beobachte, wie zuverlässig ich mich über den dumpfen Blödsinn aufregen kann, den mir die Medien täglich ins Haus liefern.

Eine der Nährflüssigkeiten, die am fruchtbarsten ist bei der Produktion von höchstens halbgaren Vorurteilen, ist die allgemeine Vorstellung von „Mittelalter“. Der Schwachsinn, den dieses Stichwort bei eigentlich informierten Menschen auslöst, ist durchaus bemerkenswert.
Weiterlesen>>

Sep. 262012
 

Ich habe mir überlegt, ob ich in meinem Blog nicht ein paar Worte über die augenblickliche Welle der Gewalt in Sachen Islamvideo verlieren soll aber, offen gestanden, finde ich das Thema ebenso schrecklich wie langweilig. Die Pflege von Ressentiments in einer Gruppe gegenüber „Feinden“ bis zur blinden Gewaltbereitschaft ist ein alter Hut, siehe z.B. die Stimmung in Deutschland nach dem ersten Weltkrieg, die letztendlich zu Hitler führte. In diesem Fall definiert sich die Gruppe über die gemeinsame Religion, was aber letztlich nichts Neues bietet.

Stattdessen bringe ich einige unfrisierte Gedanken zu Papier (zu Bildschirm?), die mir in den Sinn kamen, als ich über die Frage nachdachte: „Welche Chancen hätte das Christentum, wenn es heute von Null beginnen müsste?“
Weiterlesen>>

Sep. 222012
 

Basisdiskurs Religion XXV >>>mehr

Ich habe inzwischen festgestellt, dass ich mit meinem „Basisdiskurs Religion“ etwas durcheinander gekommen bin. Die Dinge, die mir dazu einfallen, kommen leider nicht in der geordneten Reihenfolge, die das Thema benötigen würde. Ich muss mich wohl damit abfinden. Vielleicht bringe ich das Ganze irgendwann einmal später in eine geordnetere Form.

Heute möchte ich einen Aspekt nachholen, den ich die ganze Zeit vernachlässigt habe. Ich halte die Achsenzeit und die verschiedenen Konzepte die damals, ca. 600 v. Chr., entstanden sind, für den Schlüssel, um Religion überhaupt und das Christentum speziell zu verstehen. Ich habe aus dieser Zeit Konfuzius, Buddha und natürlich vor allem Hiob und Deuterojesaias besprochen. Es wird Zeit, zumindest einen Blick auf einen weiteren Brennpunkt des damaligen Denkens zu legen: Auf Griechenland, und dort auf die Anfänge um ca. 700 v. Chr., also vor der klassischen Philosophie.
Hier geht es weiter>>

Sep. 192012
 

Nach langer Zeit wieder und ab jetzt hoffentlich wieder regelmäßiger: Ein neuer Post! Diesmal mit etwas lockererer Kost. Also:

Wie ich schon öfters betont habe, sehe ich im Alten Testament zwei Texte als grundlegend an: Hiob und Deuterojesaias. Hier wurden die entscheidenden Schritte zum entwickelten Monotheismus getan, hier fand eine der großen Leistungen des menschlichen Geistes statt.

Dies führt natürlich zur Gegenfrage: Was ist mit den anderen Schriften im Alten Testament? Haben sie einen deutlich unterschiedlichen Status? Und lässt sich das belegen?
Weiterlesen>>

Sep. 052012
 

Basisdiskurs Religion XXIV >>>mehr

In meinem letzten Post habe ich von den drei Wegen oder Richtungen gesprochen, die die Menschen in der Achsenzeit um 500 v. Chr. entwickelt haben, um mit den immer schnelleren Veränderungen ihrer Umwelt fertig zu werden, genauer gesagt, mit der wachsenden Geschwindigkeit, mit der sich diese Umwelt von den Ursprüngen entfernte, in denen unsere Spezies entstand und für die unsere genetischen Anlagen entwickelt wurden. (Natürlich gab es daneben noch ein breites Spektrum anderer Ansätze, religiöser und philosophischer Art, die jedoch nicht die Bedeutung dieser drei erreichten)

Es scheint, als ob Dinge, die zuvor selbstverständlich waren, damals plötzlich fraglich wurden, als ob der sich beschleunigende Wandel das Bedürfnis nach einer grundsätzlichen geistigen Neuorientierung geweckt hätte.
Hier geht es weiter>>