Orientierung

 

orientierungWenn sich eine mentale Technik wie das Steintraining, unter den schwierigen Bedingungen von Druck und Stress bewährt, dann bedeutet das natürlich nicht, dass sie nur unter diesen Umständen wertvoll ist.

Die Aktivierung ihrer anderen Achse, die Eröffnung der Welt des Einfach So, bringt immer und überall eine Erweiterung ihrer Ressourcen und eine tieferes Verständnis ihrer selbst.

Trotzdem werde ich hier zwei spezielle Anliegen behandeln, die vielen Zeitgenossen am Herzen liegen, Selbstoptimierung und Sinnsuche. Diese beiden Möglichkeiten markieren zwei Enden eines Spektrums: Selbstoptimierung steht für die zeitgenössische Ausrichtung auf unmittelbare Umsetzbarkeit mentaler Ergebnisse, Sinnsuche für die traditionelle Vorstellung von tiefen, grundlegenden Fortschritten.

Selbstoptimierung …

… was bedeutet das? Dazu die Aussage eines entschlossenen Selbstoptimierers: „Mehr und besser arbeiten, gesünder sein und glücklicher, eine gute Beziehung führen und die Zeit besser verbringen. Kurz: Ich will mir bewusst sein, wie ich lebe.“

Das hört sich natürlich gut an (bis auf den ersten Punkt „mehr arbeiten“, da bin ich mir nicht so sicher). Allerdings sollte man den letzten Satz entweder weglassen oder ernst nehmen: Bewusst sein, wie ich lebe. Denn die erste Frage liegt dann auf der Hand: Was machen sie eigentlich, wenn sie sich selbst optimieren?

Es gibt dann einen Teil von ihnen, der den anderen Teil optimiert, ein Selbst, das optimiert und ein zweites, das optimiert wird. Der erste Teil umfasst nur einen kleinen Bereich, der zweite den großen Rest ihres Geistes, der ein unglaublich komplexer Mechanismus ist aus vielen Schichten ihrer Existenz bis hinab zum Reptilienhirn.

Daraus ergeben sich zwei Folgerungen, eine negative und eine positive.

Minus und Plus

Die negative lautet: Selbstoptimierung hat Grenzen. Sie kann nur mit dem vorhandenen Material arbeiten, zum Beispiel unserer genetischen Ausstattung, die sich seit der Steinzeit nicht mehr wesentlich verändert hat. Wer ständig Gas gibt, braucht einen Ausgleich, zum Beispiel hat man schon verstanden, wie wichtig die sogenannte Work/Life-Balance ist.

Die positive lautet: Selbstoptimierung besteht meist darin, bekannte Ressourcen ihres Geistes besser zu nutzen. Daneben haben sie aber auch die Chance, unbekannte Ressourcen zu erschließen, wie die vernachlässigte zweite Achse des Einfach so.

Steintraining eröffnet ihnen diese fundamentale Ressource. Und sie aktiviert bereits in der ersten Stufe einen ausgleichenden und jederzeit zugänglichen Ruhepunkt.

Sinnsuche …

… ist ein Unternehmen, das sie in unserer unübersichtlichen Welt meist für sich angehen müssen, ob sie einen solchen Sinn finden oder ob sie ihn sich selbst geben. Diese Suche, ihren Antrieb und ihr Ziel, ist dem Steintraining fremd.

Gerade deswegen kann es ihnen dabei helfen.

Denn wenn sie darüber nachdenken, ist es etwas Merkwürdiges um diesen Begriff der Sinnsuche. Sinn, das ist etwas, an das zum Beispiel zu einem Verkehrsschild gehört: Ergibt es an dieser Stelle Sinn oder nicht? Dagegen passt es gar nicht zu einem Berg oder eben einem Stein: Was ist der Sinn dieses Bergs? Das ist eine Frage, die wir nicht stellen, weil wir wissen, dass sie ins Leere geht.

Der Sinn und der Stein

Was ist der Sinn dieses Steins? In der ersten Stunde eines Steintrainings fühlen sie nicht nur, dass diese Frage fehl am Platz ist. Sie entdecken vor allem in ihrem eigenen Inneren diese andere Achse, diesen tief in ihnen verwurzelten Teil, der die Welt einfach so nimmt, wie sie ist und versteht, dass das genügt, dass das seine Heimat ist.

Die Frage nach dem Sinn wird nicht überflüssig werden. Nach wie vor gibt es diese erste Achse ihrer Person, ihre Rolle im Leben, die nach einer Aufgabe und einem Ziel sucht. Aber sie haben jetzt ein tieferes Verständnis ihrer selbst. Sie können diese Suche gelassener angehen. Und sie fühlen vielleicht, dass sie vermutlich nur Teilantworten finden werden, aber dass das in Ordnung ist, dass ihr Leben trotzdem vollständig sein kann.